Montag, 16. Juli 2018
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 Jahresbericht 2017

Recht „normal“ verlief der Feuerwehralltag im Berichtsjahr 2017. Jedoch wurde dieser Alltag mit einigen kuriosen Einsätzen und Erlebnissen zeitweilig auch unterbrochen.

Sehr erfreulich ist die Auftragsvergabe des zweiten Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuges (HLF) im Berichtsjahr 2017. Nach vielen Überlegungen und Planungsgesprächen wurde der Beladeplan für das HLF –TH- im Dezember 2017 an den Aufbauhersteller Magirus mit Sitz in Ulm nahezu final in Auftrag gegeben. Das Fahrzeug wird mit dem Schwerpunkt der technischen Hilfeleistung eingesetzt werden. Hierzu werden umfangreiche Gerätschaften zur Technischen Hilfeleistung wie zum Beispiel ein Rüstsatz, Abstützsysteme, Dichtkissen und umfangreiches Beleuchtungsmaterial mitgeführt werden. Dennoch wird das Fahrzeug auch zu Einsätzen bei der Brandbekämpfung mit eingesetzt. Schließlich werden im Fahrzeugtank 2000 Liter Löschwasser mitgeführt.

Nachdem das Fahrzeug ca. Mitte dieses Jahres in Dienst genommen wird, sollen sich die beiden HLF (Brandbekämpfung und Technische Hilfeleistung) bei der Abarbeitung der bisherigen und kommenden Aufgabenvielfalt mit der Mannschaft ergänzen.

 

Aufgrund von Personalveränderungen innerhalb der Führungskräfte wurden mir im Oktober  Vorschläge seitens der aktiven Kameraden benannt, welche die Aufgaben eines stellvertretenden Zugführer, Gruppenführer und Führungsassistenten wahrnehmen sollen. 

 

Zum vergangenen Jahresschlussdienst wurde Benjamin Heidorn zum stellvertretenden Zugführer, Nico Sander zum Gruppenführer und Simon Barz zum Führungsassistenten ernannt.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich für die sehr gute Zusammenarbeit der bisherigen Führungskräfte bedanken. Mein besonderer Dank gilt hier Swen Rietig, der mit viel Fleiß und Engagement seine Aufgaben erledigt hat. 

Swen, vielen Dank für Deine Arbeit und erbrachten Verdienste für diese Wehr.

 

Die Kameraden, die sich in den verschiedenen Sachgebieten, wie zum Beispiel Aus- und Fortbildung und Beschaffung über das normale Maß einsetzen, haben ihre zusätzlichen Aufgaben hervorragend ausgeführt. 

Innerhalb der Aus-und Fortbildung und somit der Gestaltung von Übungs- und Sonderdiensten wurden vielen verschiedene Themenschwerpunkte gesetzt. Mit großem Ideenreichtum wurden die Dienste zum Teil ausgearbeitet und anschließend spannend und interessant durchgeführt. Mein Dank gilt hier Martin Trang für den Vorsitz im Sachgebiet Aus- und Fortbildung. 

 

Neu ab diesem Jahr ist das Feuerwehrverwaltungsprogramm „FeuerOn“ bei den niedersächsischen Feuerwehren. Um jedoch mit diesem  Programm auch effektiv arbeiten zu können, hat das Füttern mit all erdenklichen und umfangreichen Daten der Mitglieder hier Simon Barz übernommen. 

 

Besonders möchte ich die Nachwuchsarbeit der Kinder- und Jugendfeuerwehr der Ortsfeuerwehr Wunstorf im Berichtsjahr 2017 hervorheben. Viele Stunden der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von verschiedenen Diensten werden in beiden Abteilungen meines Erachtens überdurchschnittlich geleistet, um hiermit die rund 50 Kinder beider Abteilungen nachhaltig mit dem Feuerwehrvirus zu infizieren. Mein herzlicher Dank gilt an dieser Stelle Anke Brunner, Maik Aumann, Sebastian Thies und den vielen weiteren Betreuern der Kinder- und Jugendfeuerwehr.

 

Turbulent ging es bei meinen Brandschutzerziehern Siegfried Heimann, Hans-Michael Stein und Karsten Kleber zu. Immer wieder kommen große Gruppen aus Kindergärten und Schulen aus dem gesamten Stadtgebiet  zu uns in die Feuerwache und bekommen die Aufgaben einer Feuerwehr und das richtige Verhalten im Brandfall erklärt. Früchte trägt diese Arbeit, wenn Kinder sich für den Eintritt  in unsere Kinder- oder Jugendfeuerwehr interessieren und somit unseren Nachwuchs sichern. Die Türen der Feuerwache Wunstorf standen auch für Geburtstagskinder offen, die ihren Ehrentag mal auf eine ganz andere und besondere Art verbringen wollten. 

 

Begrüßen konnten wir erfreulicher Weise nicht nur die „Kleinen“, die die Feuerwehr kennenlernen wollen, sondern auch einige Mitglieder der verschiedenen Parteien, Mitglieder verschiedener Vereine und Institutionen und auch hier in Wunstorf lebende Flüchtlinge.

Sehr interessant war der Besuch von japanischen Austauschschülern der Sportjugend im Sommer 2017. Pünktlich zur Besichtigung kam ein Einsatz und die mit Verlaub recht klein erscheinenden Augen wurden recht groß, als die Fahrzeuge ausrückten

 

Verlass war auch wieder auf die Aktive Altersgruppe dieser Wehr. Gerade bei der Durchführung von diversen Veranstaltungen kann man sich einfach auf diese Gruppe verlassen. Danke für Euer Engagement und besonders für die Erfahrung die ihr den jüngeren Kameraden mit auf den Weg gebt.

 

Es hat sich positiv etabliert, dass der Ausbildungsstand meiner Kameradinnen und Kameraden sehr gut ist und ich wieder an dieser Stelle nur feststellen kann, dass diese Wehr über eine ausgezeichnete Mannschaft verfügt. Diese wird auch in 2018 in der Lage sein, nahezu allen Anforderungen an unserer ehrenamtlichen Arbeit gerecht zu werden.

 

 

Im Berichtsjahr 2017 wurden insgesamt 18915 Dienststunden durch die Ortsfeuerwehr Wunstorf geleistet.

 

Für die geleisteten Stunden bei Einsätzen, Ausbildungs- und Sonderdiensten gebührt allen Mitgliedern dieser Wehr, die diese Stunden zusammengetragen haben, Respekt und Anerkennung für ihr geleistetes Ehrenamt für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wunstorf.

 

 

 

- Aktive und Altersabteilung:

 

 Einsatzstunden:                                  2449,35 Stunden

 

 Dienststunden                                    12170,97 Stunden 

 

 Seminare und Lehrgänge:                   1515,50 Stunden   

 

 Sonstige                                              1400,00 Stunden

 

 

- Jugendfeuerwehr:                              7375,00 Stunden

                                                                   

 

- Kinderfeuerwehr:                                 1380,00  Stunden

 

 

Der Altersdurchschnitt beträgt bei den  aktiven Kameraden 35,9 Jahre.

 

 

 

Mitgliederzahlen insgesamt:  

 

Insgesamt:                       192 Mitglieder

 

- Aktive Kameraden:          91 Mitglieder (Eintritt: 7 Kameraden, Austritt: 2 Kameraden)    

                                          

- Jugendfeuerwehr:           26  Mitglieder

 

- Kinderfeuerwehr:             16 Mitglieder 

 

- Altersabteilung:               8  Mitglieder

 

- Passive und 

 Fördernde Mitglieder:      51 Mitglieder

 

(Förderverein Freiwillige Feuerwehr Wunstorf e.V. 233 Mitglieder, 4 Austritte, 11 Eintritte)

                                                                         

(in Summe Gesamt = 425 Personen)

 

 

 

Einsätze im Berichtszeitraum 2017:

 

- Insgesamt:                             172   Einsätze (149 Einsätze 2017)

 

- Brandeinsätze:                       66  Einsätze (Summe Einsatzkräfte: 758)

 

- Technische Hilfeleistung:      106  Einsätze (Summe Einsatzkräfte: 819)

 

 

 

 

 

 

Sonstige Dienste:

 

-  Ausbildungsdienste:         34

 

- Sonderdienste:                   58  

 

- Ortskommandositzungen:   4

 

- Brandsicherheitswachen:   5 

 

 

 

Das Jahr in einigen weiteren Zahlen:

 

- rund 15.000 Liter Löschwasser wurden für die Brandbekämpfung verbraucht

- 36 Sack Bindemittel

- 26 ausgelöste Rauchwarnmelder und Brandmeldeanlagen

- 20 Einsätze „hilflose Personen hinter Tür“, hierunter Personen, die sich bei Renovierungsarbeiten befunden haben und die Wohnzimmertür ohne Türdrücker zugefallen war oder aber eine Person, die in einem Klohäuschen an der Stiftstraße eingeschlossen war

- 7 Einsätze mit eingeklemmten Personen

- 5 Tragehilfe und Unterstützung des Rettungsdienstes

 

Aber auch immer wieder sehr belastend für die ehrenamtlichen Retter sind die Erlebnisse bei Einsätzen  mit Toten oder tödlich verunglückten Menschen, die zum Teil bis zur Unkenntlichkeit verunglückt sind. Für 6 Menschen (4 im Vorjahr) kam im Jahr 2017die Hilfe zu spät. Tragisch ist hierbei besonders, wenn die Einsatzkräfte zu einer Trageunterstützung des Rettungsdienstes gerufen werden und der Einsatz leider mit einer erfolglosen Reanimation endet und hierbei Familienangehörige des Verstorbenen in unmittelbarer Nähe sind. Als sehr hilfreich zeigt sich bei diesen Einsätzen die Zahl der Kameraden, die auch als Rettungssanitäter ausgebildet sind.

Die Anzahl der Einsätze durch erfolgten Suizid waren auch mal wieder leider im Berichtsjahr nicht weg zu denken. Allein drei Menschen ließen auf den Bahnanlagen der Deutschen Bahn ihr Leben.

Ein großer Bestandteil ist und bleibt die Notfallseelsorge nach diesen schweren Einsätzen.

 

Das Jahr begann mit einem spektakulären Einsatz. Eine Autofahrerin kam vermutlich krankheitsbedingt von der eigentlichen Fahrbahn ab, fuhr ca. 500 m weiter über ein gefrorenes Feld, überflog die Schienen der OHE-Bahn und durchbrach die Hauswand eines Kamingeschäftes an der Hagenburger Straße. Das Fahrzeug kam erst im Verkaufsraum vor einem Tresen zum Stehen. Glücklicher Weise wurde bei diesem Einsatz keine Person schwer verletzt. Der entstandene Sachschaden war jedoch immens. Die Bergung des Fahrzeuges gestaltete sich als sehr aufwendig. 

 

Es folgten im Berichtsjahr weitere, zum schwere Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen und aufwendigen und zeitraubenden Rettungsarbeiten. Im wieder ist hier ein Unfallschwerpunkt die sogenannte Haster Kurve an der L 442.

 

Eine deutliche Steigerung von Unwettereinsätzen in Form von Starkregen und Sturm mit zum Teil erheblichen Schäden ist im Jahr 2017 zu verzeichnen. Gerade bei den Prognosen der Wetterexperten sollten wir uns auf eine Zunahme solcher Einsätze einstellen und entsprechend langfristig bei künftigen Beschaffungen Fahrzeug und Gerät hierfür vorhalten.

 

Bei der Abarbeitung der 66 Brandeinsätze zeigte es sich immer wieder wie nützlich der Umgang und die Handhabung der beschafften Wärmebildkamera gewesen ist und weiterhin bei einer modernen Brandbekämpfung nicht mehr wegzudenken ist. 

Von Großfeuern wurden die Wunstorfer Kräfte  in der Kernstadt verschont. Es kam unter der genannten Zahl von Bränden immer wieder zu Klein- und Entstehungsbränden im Kernstadtbereich. Durch ein schnelles und umsichtiges Handeln der Einsatzleiter konnten größere Schadenslagen abgewandt werden. 

Nicht unerheblich ist die körperliche Fitness der Einsatzkräfte, die in aller Regel unter schwerem Atemschutz den roten Hahn bekämpfen. Gerade wenn es an heißen Tagen brennt, wie Im Alten Winkel in Steinhude ein Dachstuhl oder Papierpressen bei Baumärkten und Einzelhandelsgeschäften.

Leider werden nicht immer große Märkte bei einer ausgelösten Brandmeldeanlage durch Mitarbeiter evakuiert. Im Laufe der Zeit und der Sensibilisierung der Marktleiter sollte die Evakuierung mittlerweile eine Selbstverständlichkeit sein. 

 

Weiterhin zu großem Unverständnis bei mir sorgen auch immer wieder zugeparkte Feuerwehrzufahrten vor Schulen und Kindergärten durch die Fahrer der sogenannten „Muttitaxen“. Man konnte nur mit Kopfschütteln reagieren, wenn während einer Anfahrts- und Aufstellübung mit Einsatzfahrzeugen an einer Schule klar ersichtlich war, dass die Feuerwehr auf dem Gelände ist, dennoch die wichtigen und eventuell lebensrettenden Zufahrten zugeparkt werden, um die Kinder abzuholen.

 

Wenn man jedoch der Meinung ist, dass man schon alles als Ortsbrandmeister erlebt hat, irrt man sich. Es gibt Einsätze die bundesweit Schlagzeilen machten:

 

Am 07.08.2017 kam es bei einem Übungsdienst zu einem regulären Einsatz. Gemeldet wurde ein Knall im Keller eines Hauses Am Alten Markt in Wunstorf. Der Einsatzleitwagen wurde vor einem gut besuchten Restaurant abgestellt, um den weiteren eintreffenden Einsatzfahrzeugen genug Platz zu ermöglichen. Ein im Außenbereich sitzender Gast fühlte sich durch Motorengeräusch gestört und schaltete kurzerhand eigenmächtig die Zündung ab. Der Gast wurde zur Rede gestellt und äußerte sich lediglich dahingehend, dass ihm die Übung schon zu lange dauert. Weitere Erläuterungen, dass es sich um einen Ernstfall handeln würde, stießen nur auf weiteres Unverständnis. 

 

Stolz kann ich auf die bisherige, und da bin ich mir sicher, auch auf die künftige regelmäßige Zusammenarbeit bei den vielen verschiedenen Einsätzen mit dem Rettungsdienst und der Polizei Wunstorf sein. Diese Zusammenarbeit ist einfach nur vorbildlich.

 

Auch im Jahr 2017 fehlten die Einsätze auf der BAB 2 nicht. Es galt der Ortsfeuerwehr Kolenfeld unterstützend zur Seite zu stehen. 

 

Aber nicht nur den Kameraden aus Kolenfeld standen wir unterstützend zur Seite, sondern auch Kameraden nahezu aller Ortsteile unterstützten wir im Jahr 2017 bei Bränden und technischen Hilfeleistungen sowie bei der Durchführung von Übungsdiensten mit unseren Einsatzfahrzeugen.

 

Nicht immer waren die Schadenslagen einfach dargestellt. Doch bewährte sich bei der Beurteilung der doch einzelnen komplizierten und immer neuen Aufgaben für die Brandschützer die zuvor fundierte und gute Ausbildung der Einsatzkräfte. 

 

Über die normale Arbeit in dieser Wehr hinaus engagieren bzw. engagierten sich mit viel zusätzlichem Zeitaufwand Kameradinnen und Kameraden im Bereich der Einsatzleitung vor Ort, dem Gefahrgutzug, dem Arbeitskreis Atemschutz und der regionalen Ausbildung an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Neustadt.

 

 

Ich möchte diese Versammlung nutzen und mich bei Euch allen für die geleistete Arbeit im vergangen Jahr herzlich zu bedanken und freue mich auf eine weiterhin gute, konstruktive und loyale Zusammenarbeit im Jahr 2018. Lasst uns alle gemeinsam weiterhin am Feuerwehrstrang unseres Ehrenamtes ziehen, um unsere bevorstehenden Aufgaben weiterhin professionell abzuarbeiten. Dieser Corps-Geist, unser Können und Engagement sollte dafür genutzt werden, um den Nächsten in seiner Not zu helfen. Hierfür braucht man wahrlich keine Waagschale.

 

 

Besonders bedanken möchte ich mich bei

 

meinem Stellvertreter Frank Meyer, meinen Zugführern und weiteren Führungskräften der Ortsfeuerwehr

 

Jens tom Suden, für die vorbildliche Kassenführung

 

Denis Kimpel und Florian Fritz für das Erstellen der Brand- und Hilfeleistungsberichte

 

dem Vergnügungsausschuss bestehend aus Martin Möller, Bernd Wachlinger und Nils Lohse 

 

meinen ehrenamtlichen Gerätewarten Swen Rietig mit Unterstützung von Tobias Rietig, Adriano Kreimeier und Domenik Geerts und den hauptamtlichen Gerätewarten 

 

Rat und Verwaltung

 

dem Stadtbrandmeister und seinen Stellvertretern

 

den Vertretern der Presse, für die hervorragende Berichterstattung

 

und der Leitung des KRH, dafür das wir auch in diesem Jahr diese Räumlichkeiten nutzen dürfen.

 

 

 

 

                                       Oliver Keuck

                                     -Ortsbrandmeister- 

                    Freiwillige Feuerwehr der Stadt Wunstorf

                                   Ortsfeuerwehr Wunstorf